Gefühle und Essen

Inhalt

Probleme werden nicht gelöst

Wer isst oder nicht isst, um „seine Gefühle in den Griff zu kriegen“, löst seine Probleme nur kurzzeitig.

Wenn du Essen in dich hineinstopfst, weil du z.B. Angst vor der Lehrabschlussprüfung hast, fühlst du dich für kurze Zeit vermutlich weniger ängstlich. Aber es ist der falsche Weg, mit deiner Angst umzugehen, denn sie kommt nach einer Weile bestimmt wieder zurück.

Es ist wichtig, dass du lernst, unangenehme Gefühle zu beachten, und sie nicht einfach wegschiebst, indem du beispielsweise eine Cola trinkst oder Schokolade isst.

Wenn du dir angewöhnst, in bestimmten Gefühlssituationen immer zu essen, wirst du mit der Zeit immer weniger spüren, ob und wann du Hunger hast oder satt bist – und deshalb essen, auch wenn du eigentlich gar keinen Hunger hast. So sammelt sich schnell Kummerspeck an.

Wenn du dir umgekehrt angewöhnst, in bestimmten Gefühlssituationen Essen zu verweigern, wirst du genauso verlernen zu spüren, ob und wann du Hunger hast oder satt bist. Und wirst so unweigerlich auf ein ungesundes Körpergewicht abmagern, dauernd gereizt sein und schlecht schlafen können. 

Indem du isst oder Essen verweigerst, kannst du die Bedürfnisse deiner Seele langfristig nicht befriedigen. Deine Angst vor der Lehrabschlussprüfung solltest du anders bewältigen: z.B. indem du dich gut darauf vorbereitest oder indem du mit jemandem sprichst, der die Prüfung schon bestanden hat und dir sicher ein paar wertvolle Tipps geben kann. Vielleicht hilft es dir auch, wenn du mit jemandem über deine Angst sprichst.

Es ist deshalb immer besser, wenn du versuchst, deine Probleme zu benennen, und dann versuchst, ihre Bedeutung zu verstehen. Dann kannst du anfangen, sie zu lösen oder um Unterstützung zu bitten.

Patronat
Quelle/n
PAPPERLA PEP — Warum sich spüren? / Mehr Ich, weniger Waage (Erika Toman) ISBN 978-3-7296-0780-4 / Bei sich und in Kontakt (Thea Rytz) ISBN 3-456-84287-2
Autor/-in
Revisor/-in
Thea Rytz

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