Methoden zur Förderung der psychischen Gesundheit

Inhalt

«Kummer-Box», «Fragen-Box»

Anonyme Fragen werden in einer Gruppe besprochen. Der Austausch mit den Gleichaltrigen ist eine Inspirationsquelle für neue Perspektiven und Lösungsansätze.

| Theorie

  • Achse 1 | Themen
    Was Jugendliche beschäftigt.
  • Achse 2 | Kompetenzen
    Reflektieren, was man von anderen erfahren möchte und Frage so formulieren, dass sie von anderen verstanden wird.
  • Achse 3 | Einflussfaktoren
    Kollektives Wissen, Kummer-Box.
  • Geeignet für 3 bis 10 Jugendliche, die gerne diskutieren.
  • Mit dieser Methode werden ev. persönliche oder schwierige Themen besprochen, daher ist ein respektvoller Umgang miteinander, auch wenn man verschiedene Meinungen (oder Vorurteile) hat, besonders wichtig.
  • Zeitaufwand für die Diskussion und Austausch: 5 bis 15 Minuten pro Frage.

Ablauf

  1. Nehmen Sie eine geschlossene Schachtel mit einer Öffnung auf der oberen oder seitlichen Seite, so dass ohne Mühe Zettel oder A4-Dokumente hineingeworfen werden können. Es soll nicht möglich sein, durch die Öffnung Texte zu lesen. Im besten Fall gestalten Jugendliche die Schachtel mit Farben und Figuren, so dass sie ansprechend wirkt und die Box zu etwas Eigenen wird. Das ist die «Kummer-Box» oder «Fragen-Box». Andere Bezeichnungen sind möglich.
     
  2. Jugendliche haben nun die Möglichkeit, in diese Box anonymisierte Zettel mit Fragen, Anmerkungen oder Sorgen hineinzuwerfen. Manche davon haben vielleicht Angst, man könnte sie dabei beobachten: Für diese Jugendlichen können Sie anbieten, die Fragen z.B. mit einem (anonymisierten) Mail oder per Formular zu senden (es wäre dann Ihre Aufgabe, die Fragen zu drucken und in die Box hineinzuwerfen) oder Sie können zur Verfügung stehen, um die Fragen (in geschlossenen Couverts) persönlich entgegenzunehmen, wenn Sie allein sind. Bevor Jugendliche direkt oder durch Sie Zettel in die Box hineinwerfen, erklären Sie noch, dass es wichtig ist, Fragen so zu formulieren, dass man sie auch versteht. Je genauer und klarer eine Frage formuliert ist, desto grösser die Chance, eine nützliche Antwort von anderen Jugendlichen zu bekommen.

  3. Einmal pro Woche und ritualisiert, z.B. für die offene Jugendarbeit am Donnerstagabend um 19:00, wird die Box geöffnet und die Fragen werden in kleinen Gruppen bzw. mit den anwesenden und interessierten Jugendlichen aus der Box genommen und besprochen. Falls für eine Frage eine Fachantwort sinnvoll wäre, bespricht man in Gruppe, wer dabei kontaktiert werden könnte (siehe Methode «Es ist mir so peinlich!»).

  4. Optional: Fragen und Antworten werden veröffentlicht (Plakat, Website…), so dass die damit gewonnenen Erkenntnisse für alle zugänglich sind.

  5. Falls jemand Zeit und Lust hat, die Fragen und Antworten zu transkribieren, freuen wir uns sie per E-Mail zu bekommen. Es ist denkbar, dass wir sie auf feel-ok.ch veröffentlichen werden. So würden eine grössere Anzahl Jugendlicher von Ihrer Tätigkeit in der offenen Jugendarbeit profitieren…

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