Psychische Störungen

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Depression bei Jugendlichen und Kindern

Depression bei Jugendlichen wird von Eltern häufig unterschätzt und in vielen Fällen gar nicht behandelt. Depression erhöht das Risiko für Suizidgedanken und -handlungen: Grund genug, um das Problem ernst zu nehmen.

Hat sich Ihr Kind von der ersten grossen Liebe getrennt, hat es schlechte Noten in der Schule oder hat sein Fussballverein verloren, dann ist er oder sie wahrscheinlich sehr traurig. Kein Psychologe würde in diesem Fall von einer Depression sprechen. Schwierige Erfahrungen gehören zum Leben und auch, dass man lernt damit umzugehen. Dass man dabei «depressiv» reagiert, ist normal und benötigt keine Behandlung.

Mehrere Symptome müssen sich über mehrere Wochen zeigen, damit man von einer «richtigen» oder «klinisch relevanten» Depression spricht. Die Beschreibung der nachfolgenden Symptome dient als Orientierung. Für eine definitive Diagnose sollten Sie eine Fachperson konsultieren. Als besonders informativ empfehlen wir die Broschüre "Stimmungstief oder Depression? (PDF)" der Berner Gesundheit.

Symptome

Bei einer Depression verschwindet die Freude am Leben und die Welt wird nur noch grau in grau wahrgenommen. Dinge, die normalerweise Spass machen, werden vernachlässigt, der Appetit nimmt ab. Das Gedächtnis arbeitet nicht mehr so gut. Ihr Kind kann sich kaum noch konzentrieren. Bei Ansprache reagiert ein Teenager gereizt oder unausstehlich.

Bei einer starken Depression fühlt Ihr Kind gar «nichts» mehr. Es ist ihm alles egal, es will tagelang nur noch im Bett liegen, verweigert den Schulbesuch oder die Ausbildung. Nichts und niemand kommt an ihn oder an sie mehr heran.

Behandlung

Depression erhöht das Risiko für Suizidgedanken und -handlungen. Grund genug, um eine Depression ernst zu nehmen und nicht nur als «Phase» zu banalisieren. Dieser Punkt ist besonders wichtig, da Depression bei Jugendlichen von Eltern häufig unterschätzt wird. Das ist auch der Grund, weshalb wenige Jugendliche Zugang zu einer Therapie erhalten.

Eine depressive Erkrankung wird in der Regel auf zwei Arten behandelt. In der Verhaltenstherapie werden neue Verhaltensweisen eingeübt, damit der oder die Jugendliche im Alltag bestehen kann. Durch Verabreichung von Medikamenten (für eine gewisse Zeit) können Veränderungen leichter gelingen. Medikamente sind dennoch nur eine Unterstützung und kein Ersatz für Therapie.

Bewährt haben sich bei Jugendlichen in der Therapie Gruppenangebote. In der Gruppe erkennt die junge Person, dass sie mit ihren Problemen nicht allein ist. Gemeinsam lassen sich neue Wege leichter gehen. Die Behandlung einer Depression erfolgt in der Regel durch niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiater oder Psychotherapeutinnen.

Notfall

Der depressive Notfall ist dadurch gekennzeichnet, dass Ihr Kind nicht mehr aus dem abgedunkelten Zimmer kommt, Essen und Trinken seit mehr als zwei Tagen verweigert und auf Ansprache nicht mehr reagiert. In diesem Fall wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder kontaktieren Sie die Notärztin.

Literatur und Therapievermittlung

Für eine Vertiefung zum Thema Depression empfehlen wir Ihnen das Buch «Mit dem schwarzen Hund leben» von Matthew Johnstone sowie die Internetseite www.depression.ch. Literatur in verschiedenen Sprachen finden Sie auf migeplus.

Gesamtschweizerisch finden Sie Adressen von Psychologen/-innen auf der FSP-Website und von Psychiatern/-innen auf Psychiatrie.ch.

Verhaltentherapeuten/-innen in der Schweiz finden Sie auf der Website SGVT.

Eine anonyme e-Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen bietet IKS. Beraten werden Sie - je nach Wunsch - von Fach- oder Peer-Beraterinnen. Die Peer-Beraterinnen waren einst selber von einer psychischen Erschütterung betroffen und wissen als Eltern, wie schwierig es sein kann, mit einer psychischen Belastung den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden: e-Beratung Peers / e-Beratung Fachpersonen.

 

Patronat
Autor/-in
Felix Schrader
Monika Alessi

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