Das sagen die Profis

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Onlinesucht ist nicht selten

Ob das eigene Kind onlinesüchtig ist oder werden könnte, ist eine Frage, die sich manche Eltern stellen. Das ist auch keine Überraschung, da die intensive Nutzung von Onlineangeboten zum Alltag vieler Jugendlichen gehört.

7% davon leiden tatsächlich unter einer Onlinesucht: Grund genug für Eltern, um sich mit dem Thema des Onlinekonsums ihrer Kinder auseinanderzusetzen. 

Fast alle Jugendlichen ab 12 Jahren haben ein Smartphone oder sonst Zugang zum Internet. Digitale Medien sind nun Bestandteil ihres Lebens. Daran wird sich in Zukunft nichts ändern.

Zu lernen, mit den attraktiven Online-Angeboten umzugehen, ohne die Kontrolle zu verlieren, ist deswegen eine Aufgabe, mit der sich alle Jugendlichen auseinandersetzen müssen. Auch jene, die gefährdet sind, onlinesüchtig zu werden.

Unproblematischer Konsum: Sie können beruhigt sein

Man schätzt, dass drei Viertel (etwa 75%) aller Jugendlichen ihre Online-Aktivitäten im Griff haben. Auch wenn sie die Onlineangebote häufig nutzen, leiden weder ihre Lebensqualität noch andere Verpflichtungen (z.B. Hausaufgaben) darunter.

Die Fachpersonen sprechen vom «unproblematischen Konsum». In diesem Fall können Sie beruhigt sein. Das Risiko, dass Ihr Kind demnächst eine Onlinesucht entwickelt, ist sehr gering. 

Besorgniserregender Konsum: Wenn er lang andauert, sollten Sie handeln

Bei rund 20% der Jugendlichen gibt es negative Auswirkungen als Folge der Nutzung von Onlineangeboten, z.B. die Noten verschlechtern sich und vorher beliebte Freizeitbeschäftigungen gehören nun zur Vergangenheit. 

Man spricht auch vom «besorgniserregenden Konsum». Das ist der Zeitpunkt, wo sich Eltern mit dem Thema Onlinesucht auseinandersetzen sollten.

Vielleicht verschwindet der «besorgniserregende Konsum» nach wenigen Monaten von allein. Wenn er dennoch mehr als 6 Monate andauert, sollten Sie handeln. Denn aus dem «besorgniserregenden Konsum» kann, muss aber nicht eine Sucht beginnen.

Onlinesucht: Unbedingt handeln. Je früher, desto besser

Etwa 1% der Menschen in der Schweiz hat eine Onlinesucht, jedoch ist die Onlinesucht bei Jugendlichen deutlich mehr verbreitet als in der erwachsenen Bevölkerung: Das Suchtmonitoring Schweiz hat ergeben, dass 7% der Jugendlichen in der Schweiz unter einer Onlinesucht leiden.

Sowohl Mädchen wie auch Knaben können onlinesüchtig werden. Betreffend Häufigkeit gibt es kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Unterschiede stellt man eher fest, wie Mädchen und Knaben onlinesüchtig werden: Bei Mädchen bzw. jungen Frauen stehen vor allem Soziale Netzwerke und Kommunikations-Apps (wie z.B. WhatsApp) im Vordergrund; bei Jungen bzw. jungen Männern sind es neben den Sozialen Netzwerken eher auch die Games und Filme.

Wenn die Onlinewelt das Leben eines Jugendlichen bestimmt, wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter eine Onlinesucht hat, dann wird sie oder er Hilfe brauchen, um aus der Suchtspirale herauszukommen. Denn eine Sucht ohne Hilfe zu überwinden ist sehr schwierig.

Auf den Punkt gebracht: Je früher Sie handeln und Unterstützung bieten, desto besser. Auch wenn das Kind den Eindruck macht, gar keine Unterstützung zu wünschen.

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