Das sagen die Profis

Inhalt

Sich informieren, sich helfen lassen

Realisieren, dass man Hilfe oder Informationen braucht, ist ein sehr wichtiger Schritt. Hilfe kann sehr unterschiedlich aussehen, mögliche Formen werden hier vorgestellt. Teilweise gibt es auch Hürden zu überwinden, Anregungen dazu werden hier aufgezeigt.

Wenn Sie merken, dass Sie alleine nicht mehr weiterkommen aber auch wenn Sie mehr Informationen zum Thema Onlinekonsum und Onlinesucht brauchen, lohnt es sich, Hilfe und Informationen zu holen.

Hilfe suchen und finden: Das sagen die Eltern!

Im Folgenden werden verschiedene Hilfsangebote vorgestellt.

Ratgeber

Ratgeber gibt es in Buchform wie auch als Webseiten.

Neben feel-ok.ch findet man auch unter www.jugendundmedien.ch viele Informationen, welche Ihnen weiterhelfen können. Dort kann man u.a. die Broschüre «Ratgeber Medienkompetenz» herunterladen oder bestellen, in welcher Fragen zu diversen Themen rund um Medienkompetenz beantwortet werden – auch zur Onlinesucht.

In Buchhandlungen findet man auch einige Ratgeber zur Medienerziehung im Allgemeinen oder Onlinesucht im Speziellen. Zwei Beispiele sind «Medien-Kids» von Eveline Hipeli und «Onlinesucht – ein Ratgeber für Eltern, Betroffene und ihr Umfeld» von Isabel Willemse.

Telefonische Beratungen und Onlineberatung

Für kurze Beratungen kann man die Telefonberatung in Anspruch nehmen. Dort schildert man einer Fachperson das Problem, und erhält Ratschläge, wie man damit umgehen kann.

Beispiele dafür sind die Elternberatung der Pro Juventute unter der Nummer 058 261 61 61, der Elternnotruf unter 0848 35 45 55 oder auch kantonale Angebote. Viele Fachstellen ermöglichen eine Beratung auch via E-Mail.

Möchten Sie Ihre Schwierigkeiten schriftlich und zeitlich ungebunden einer Beraterin oder einem Berater mitteilen, um Rat abzuholen? Bei Suchtfragen bietet auch SafeZone.ch u.a. per E-Mail, Forum und Chat eine kostenlose Beratung an.

Beratung oder Therapie (face-to-face)

Hier gibt es viele Angebote. Sie können von einer Sitzung bis zu mehreren Monaten dauern – das kommt auf die Beratungsstelle, aber auch auf die Schwere der Problematik an. Auch wer an einer Beratung teilnehmen soll, ist unterschiedlich. So kann es sein, dass nur die Eltern oder ein Elternteil eingeladen werden, oder dass die ganze Familie anwesend sein soll.

Da die Jugendlichen selbst das Problem oft nicht bei sich sehen, kommt es immer wieder vor, dass sie eine Beratung verweigern. Hier kann es helfen, wenn man als Elternteil das Problem auf sich bezieht und zum Beispiel sagt: «Ich leide unter der aktuellen Situation und möchte mir Hilfe holen. Wärst du bereit, mir dabei zu helfen?».

Oft haben Jugendliche Befürchtungen, wie z.B. die Angst, dass der Berater Ihnen verbieten wird, das Handy oder den Computer zu nutzen. Wenn Jugendliche von den Eltern vorab nach solchen Befürchtungen gefragt werden, kann man das mit der beratenden Person abklären und allenfalls Entwarnung oder zumindest eine gute Antwort auf diese Frage geben.

Vom Ablauf her ist es meist so, dass jemand aus der Familie erst mal erzählt, aus welchen Gründen die Beratung stattfindet, und dass die Beratenden darauf noch bei einigen Punkten genauer nachfragen. Wie es danach weitergeht, ist sehr unterschiedlich: Details dazu können Sie bei einer Terminvereinbarung erfragen.

Wichtig ist auch, zu klären, wieviel eine Beratung kostet (einige Angebote sind kostenlos). Therapien bei Psychologen oder Ärzten können manchmal via Krankenkasse verrechnet werden.

Viele Anbieter können Ihnen helfen, darunter viele regionale Stellen wie Familien- oder Erziehungsberatungsstellen, Suchtberatungsstellen und Jugendberatungsstellen. Manche davon findet man in INFO QUEST, andere findet man mit Suchmaschinen wie z.B. Google.

Zwei Beispiele von Beratungsstellen sind das Zentrum für Verhaltenssüchte von RADIX und die Beratungsstelle für Onlinesucht des IAP – Institut für Angewandte Psychologie.

Tragen Sie Sorgen zu sich

Eine Onlinesucht ist für Eltern sehr belastend und kann auch starke Menschen zur Verzweiflung bringen. Wenn die Eltern erschöpft sind, ist das auch für das Kind nicht gut. Sie können am besten für Ihr Kind da sein, wenn es Ihnen selbst gut geht.

» Was hilft Eltern selbst? Das sagen die Eltern!

Denken Sie an die Sicherheitshinweise im Flugzeug: In einer Notsituation sollen sich Erwachsene erst selbst die Sauerstoffmaske anlegen, bevor sie dem Kind helfen. Das heisst für Sie, sich ab und zu eine Auszeit zu gönnen, z.B. an einem Abend mit Freunden, oder sich an einem Wochenende mit dem Partner oder der Partnerin etwas Schönes zu leisten, um so Energie und Motivation aufzutanken.

Aber auch Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn es zu viel wird, ist empfehlenswert. Vielleicht nicht nur eine Beratung für das Kind, sondern auch einige Termine für sich selbst bei einer Beratungsstelle zu vereinbaren, wo es um Ihr Befinden geht und Sie Raum für sich beanspruchen können.

Weiter mit «Risiko einer Onlinesucht reduzieren»

Patronat
Autor/-in
Isabel Willemse

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